Alles das, was bei mir im Jahr 2009 hier im Blog nie den Entwurfsstatus verlassen hat. Einfach mal aufgelistet, komplett ungeordnet und ohne sinnvolle Reihenfolge — dafür mit Arbeitstitel.

“Ich wähle die LINKE.”
Ich hatte bei Spreeblick den Artikel “Bundestagswahl 2009: Wen soll ich nur wählen?” kommentiert und meine Meinung relativ ausführlich, aber total chaotisch und ohne klare Argumentationslinie dargelegt. Und eigentlich wollte ich vor der Bundestagswahl noch einmal diesen Kommentar als Grundlage nehmen und einen ordentlichen, ausführlichen und tollen Artikel drauß machen, in dem ich erkläre, wieso ich so wähle, und warum auch andere das tun sollten…

“Strasbourg – Die ganze Wahrheit!”
Ich war ja dieses Jahr nicht nur in Kopenhagen (12. Dezember), Berlin (12. September) und Frankfurt* (28. März), sondern auch in Straßburg (4. April). Und der auf dem Wort Straßburg verlinkte Artikel ist nicht ohne Grund ausgesucht. Denn er beschreibt die Medienberichterstattung über die Demo ganz gut: Alles nur Krawallmacher_innen und Gewaltätige. Und, die Einsicht, die ich auf der Demo bzw. dem Protestcamp bekam, ist schon eine andere. Da war sehr viel friedliches. Aber auch viel Gewalt. Und deswegen wollte ich eigentlich mal den besagten genauer beschreiben. Denn das Ganze hat mich schon geschockt.

* Diese Demo ist noch einmal eine ganz andere Geschichte, und der Besuch auf dieser Demo war wahrlich nicht schön. Und das lag nicht am Wetter und auch nicht den an Leuten, mit denen ich da war. Ich sag nur: Generalstreik! Weltrevolution!

“Ihr kotzt mich an!”
Diese ganzen SUVs die unsere Straßen bevölkern, die kotzen mich an. Die waren aber im Arbeitstitel gar nicht gemeint. Gemeint waren deren Besitzer_innen. Denn die kotzen mich an. Die kaufen die Autos doch nicht, weil sie sie brauchen. Niemals. Auch, wenn diese Leute natürlich nicht in der Stadt, sondern nur in einem Vorort oder besonders noblen Außenbezirk wohnen, da führen schon normal alsphaltierte Straßen hin. Diese Teile sind reine Statussymbole: “Schaut her! Ich kann’s mir leisten.” Und über meine Wut darüber wollte ich einen schönen langen Artikel machen.

“100% Ideologiefrei”
“100% Sinnfrei” — das war der angedachte Anfang für einen Text darüber, wie immer nach Ideologiefreiheit gerufen wird, und alles, was irgendwie auf eine (linke) Ideologie fußt, kritisiert wird. Dabei ist dieses tolle Ideologiefreie doch meist nur entweder “neoliberal” oder einfach am Problem vorbeigehend. Wenn es neolieberal ist, dann ist es doch auch auf einer Ideologie fußend, aber das wird nie zugegeben. Wenn es am Problem vorbei geht, dann weil immer zu pragmatisch, nur aufs Detail bedacht, gedacht wird, und nie geguckt wird, was soll mit der Politik als Ganzes eigentlich erreicht werden. Ideologien sind einfach ein Wertekanon. Und auch die CDU, CSU und FDP haben Ideologien, nach denen sie entscheiden. Auch, wenn sie sich gern anders geben. Das Ganze wollte ich noch viel ausführlicher darstellen.

“Neue Erfahrungen machen”
Da wollte ich darüber schreiben, dass ich wohl irgendwie noch nie so ganz die Situation hatte, dass ich mich mit einer Person ganz ohne Worte verstand. Das, was überall so toll (romantisierend) dargestellt wird. Das will ich auch mal erleben. Auch dieser Gedankengang hat nie das Stadium “Entwurf im Kopf” und “verkorkster Text” in der Wirklichkeit überschritten.

“The very best of my life”
Hier wollte ich mal so alles, was ich toll finde, in einen Artikel packen… Zitate, Lieder, Filme, Bilder, etc. Dinge, die mich irgendwie angefixt haben und die ich toll finde. Hat natürlich nicht geklappt. Viel zu großer Allgemeinanspruch.

“Willenlos”
Der Fernseher, ein bisschen macht er mich willenlos. Und ich glaube, nicht nur mich. Und das wollte ich in diesem Artikel beleuchten, was da in mir abgeht und wie ich auf einmal total ohne eigenen Willen nur noch vor der Glotze sitze und es weder schaffe, mal kurz in die Küche zu gehen, weil ich hunger habe, noch den kleinen roten Knopf zu drücken. Hatte sogar ein ICQ-Gespräch als Grundlage, in dem ich das Ganze mal mit ‘ner Freundin bequatscht hab’.

“Ja, aber ..!”
Das war der Artikel zu “Feuchtgebiete”, der nie fertig wurde. Ich durfte einer Lesung von Charlotte Roche beiwohnen und wollte berichten. Berichten, dass ich es gut finde, dass es dieses Buch gibt. Wollte berichten, dass ich es sogar ganz lustig finde — das, was ich in der Lesung hören konnte. Aber dass ich trotzdem glaube, dass es kein Buch für mich ist. Und noch stichhaltig begründen. (Ja, geschummelt, ich geb’s zu. Die Lesung war sogar noch 2008.)